Hier möchten wir uns persönlich vorstellen:

                                                   

                                                                   Tanja Miss

Mein Name ist Tanja Miss. Innerhalb des Vereins AspieDo e. V. bin ich 1. Vorsitzende. Ich bin derzeit 40 Jahre alt und habe zwei Kinder im Alter von 9 und 16 Jahren. Ich arbeite als Erzieherin. In meinem Beruf hat man ab und an mit Autismusdiagnosen zu tun allerdings ist man dort nicht wirklich involviert. Als dann sowohl bei meinem Neffen, als auch bei meinem Bruder Asperger diagnostiziert wurde begann ich mich etwas mehr damit auseinander zu setzen. Für einen Außenstehenden mag ein Asperger Autist häufig nicht auffälliger erscheinen als der Durchschnittsbürger. Was jedoch oft für ein innerer Kampf geführt wird um eben nicht aufzufallen sieht der Außenstehende nicht. Mir wurde durch die Diagnose bei meinem Bruder einiges erklärbarer, z.B. werden einem dann einige Eigenheiten bewusst die man demjenigen angekreidet hatte ohne zu wissen, dass er eben gar nicht anders handeln konnte. Zu AspieDo bin ich durch meinen Bruder gekommen; in ihm war dieses Projekt schon lange gereift und forderte nun nach seiner Durchsetzung! Hin und her wurde überlegt, Pläne geschmiedet, Gespräche geführt... Ab und an musste man sich gegenseitig wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Denn wie sagt man so schön "Gut Ding braucht Weile" und es wird einem auch nicht gerade einfach gemacht ein solches Projekt zu stemmen. Ich erhoffe mir von diesem Projekt ein wenig mehr Verständnis für Menschen mit dem Asperger- Syndrom und raschere, effizientere Hilfe.



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                                                                        Gaby


Mein Name ist Gaby. Ich bin 46 Jahre alt, Mutter von zwei Söhnen, von denen der Ältere im Alter von fünf Jahren die Diagnose Asperger Syndrom erhielt.Ich selbst erhielt die Diagnose vor einem Jahr.
Zu AspieDo bin ich über die hiesige Selbsthilfegruppe gekommen.
Ich empfinde es teilweise als erschreckend, wie sehr gerade erwachsene Asperger Autisten in unserer Gesellschaft allein gelassen werden.
Verloren in einem Gewirr von Zuständigkeiten, konfrontiert mit Unkenntnis bei Arbeitgebern und Ämtern.
Dies muss sich ändern, wozu ich aktiv mit beitragen möchte.
Auch wird es Zeit, dass die Gesellschaft über Asperger Autismus aufgeklärt wird.
Darüber, was diese Diagnose beinhaltet und was nicht.
Wir sind keine Soziopathen, wir sind keine Rain Men.
Wir sind nur anders.
Und in unserem Anders-Sein können wir diese Gesellschaft bereichern.
Wenn man uns die Chance dazu gibt.

                                      

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                                                                          Gero

Ich bin 34 Jahre alt und heiße Gero. Das Asperger Syndrom wurde bei mir erst vor 8 Jahren durch Zufall festgestellt und anschließend diagnostisch bestätigt. Bis dahin hatten Ärzte mir lediglich eine durchschnittliche, in einigen Bereichen überdurchschnittliche Intelligenz und geringe Selbstsicherheit bescheinigt. Die Diagnose autistischer Symptome werde, wie sie später sagten, im Medizinstudium nicht vermittelt.
In verschiedenen schulischen und fachlichen Ausbildungen hatte ich mit Problemen zu kämpfen und bis zur zutreffenden Diagnose das Fachabitur, aber keine erfolgreiche Ausbildung abgeschlossen.
Die späte Diagnose und eine adäquate fachärztliche Therapie haben dazu beigetragen, dass ich aktuell nach einer abgeschlossenen Ausbildung seit vier Jahren im öffentlichen Dienst beschäftigt bin.
Über eine Asperger-Selbsthilfegruppe bin ich zu Aspiedo gekommen und hoffe, hier meine Erfahrungen und Problemlösungsmöglichkeiten anderen Autisten weitergeben und ihnen dadurch helfen zu können.



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                                                                        Nicole Potthoff

Mein Name ist Nicole Potthoff, bin derzeit 36 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Kinder im Alter von 9 und 12 Jahren.
Nach langen Jahren und vielen Besuchen bei Ärzten, Kliniken und Therapeuten wurde bei meinem Sohn zunächst die Diagnose ADHS gestellt. Da ich aber nicht damit einverstanden war ihn mit Ritalin ruhig zu stellen suchte ich erneut eine Klinik auf, in der endlich die richtige Diagnose gestellt wurde, nämlich Asperger-Autismus.
Später wurde bei meinem Bruder Asperger diagnostiziert als er schon über 30 Jahre alt war.
Ich habe gelernt, daß Asperger-Autisten, wenn sie in ein starkes soziales Netz eingebunden sind, die von verschiedenen Säulen getragen werden ( Familie/ Arbeit/ Freundeskreis) durchaus ein relativ normales, unauffälliges Leben führen können. Wenn eine dieser Säulen wegbricht, gerät ihre Welt ins wanken oder stürzt ganz zusammen. Es folgen viele Besuche bei Ärzten, Kliniken und Therapeuten mit unterschiedlichen Diagnosen wie Depressionen, Angst- oder Zwangstörungen usw.
Die Asperger- Diagnose folgt mit Glück viel später, da viele Experten zu wenig Kenntnis über das autistische Spektrum aufweisen und viele hochentwickelte Autisten zeitweise in der Lage sind unauffällig aufzutreten.
Ich persönlich habe mir zur Aufgabe gemacht, meinen Sohn so zu anzunehmen wie er ist, denn er ist ein toller Junge mit Ecken und Kanten.
Asperger ist für mich ein Naturell, genauso wie es Menschen mit heller und dunkler Hautfarbe gibt.
Ich versuche zwischen diesen beiden Welten zu vermitteln. Ich versuche "normalen Menschen" Akzeptanz und Respekt gegenüber Autisten beizubringen (obwohl man dies ja eigentlich jedem Lebewesen entgegenbringen sollte), genauso wie ich meinem Sohn dies gegenüber "normalen Menschen" versuche zu vermitteln und zu verinnerlichen.
Zur Zeit helfe ich meinem Bruder beim Aufbau von AspieDo. Ich bin zuständig für die Entwicklung von Fragebögen, die helfen sollen einen geeigneten Praktikums-, Ausbildungs-, oder Arbeitsplatz zu finden. Außerdem entwerfe ich eine Statistik über erwachsene Asperger-Autisten, da anscheinend weltweit noch keine einzige diesbezüglich existiert. Desweiteren bemühe ich mich um Aufklärung und versuche zwischen Autisten und Arbeitgeber zu vermitteln.

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